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Atomenergie - FAQ
Fragen zur Anti-Atom-Bewegung
Castor-Transporte zu blockieren ist doch keine Lösung, denn irgendwo muss der Müll ja hin?!
Die Castor-Transporte sind die Achillesferse der Atomindustrie. Nur wenn die Lagerbecken regelmäßig geleert werden, kann
der Betrieb der Atommeiler aufrecht erhalten werden.
Der starke Widerstand der Anti-AKW-Bewegung hat es bislang verhindert, daß mehr als ein Transport pro Jahr durchgeführt werden konnte.
Die Innenministerien können schlichtweg nicht genügend Truppen zusammenstellen, um mehr als einen Transport pro Jahr durchzuknüppeln.
Gelingt es, diesen Druck aufrecht zu erhalten, werden in absehbarer Zeit AKW vom Netz gehen müssen.
Die Chance dazu steht gut. Denn durch den Transporte-Stopp
ist der Entsorgungsdruck derart gestiegen, daß in den nächsten Monaten 6 AKW -(Bis August 2000 sind dies Biblis A und B, Neckarwestheim I und II, Philippsburg 1 und Stade)- vom Netz gehen müssen, solltenn sie ihren Müll nicht abtransportieren können. ("Verstopfungs-Strategie")
Die Castor-Blockaden sind angesichts des rot-grünen Schmusekurses mit der Atommafia die einzige reelle Chance, AKW zügig, und selbstverständlich ohne Schadensersatz stillzulegen.
Ein weiteres hat der Castor-Widerstand bewirkt: wäre nicht durch die Blockaden das Medieninteresse auf die Transporte gelenkt worden, wäre es wohl kaum zu einem Stopp der Transporte
nach dem Bekanntwerden von Außenkontaminationen ("Castor-Sakandal", 1999) gekommen und der Öffentlichkeit wäre möglicherweise die Einsicht erspart geblieben, daß
es mehr als 30 Jahre nach der Inbetriebnahme des ersten kommerziellen Reaktors noch immer kein schlüssiges Entsorgungskonzept gibt und demzufolge auch kaum jemals geben wird.
Angesichts des "drohenden Entsorgungsengpasses" baut rot-grün den Atommüllproduzenten ein warmes Nest: durch sog. "Bereitstellungslagerung" sollen Castoren auf dem Kraftwerksgelände
unter freiem Himmel abgestellt werden können. Die wilden Atommüllkippen sollen durch Änderung des Atomgesetzes ermöglicht werden.
Bezeichnend ist, daß der fehlende Entsorgungsnachweis, der vom Atomgesetz vorgeschrieben wird, nicht einmal zu Diskussionen über die Ilegalität des AKW-Betriebs führt.
In der Anti-AKW-Bewegung wird diskutiert, wie auf die Bereitstellungslagerung reagiert werden kann. Im Raum stehen Blockaden der Brennstoffzufuhr.
© 1999 Institut zur Förderung von Akzeptanzproblemen in der Atompolitik.
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