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vom 16.01.2006

Wulff eskaliert Atommüllproblematik

Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow Dannenberg (BI) wirft dem niedersächsischen Ministerpräsidenten Wulff eine „Eskalation der Atommüllproblematik“ vor. Für die Endlagerung von hochradioaktivem Atommüll ist seit Jahrzehnten weltweit keine sichere Lösung in Sicht.

Neben den täglichen Risiken des Betriebs der Atommeiler ist es darum unverantwortbar mit einer weiterer Atommüllproduktion die Problematik zu verschärfen. Es gibt lediglich Zwischenlager. Für Castorbehälter mit abgebrannten Brennelementen oder in Glas eingeschmolzenen Wiederaufarbeitungsmüll wurden lediglich Leichtbauhallen für den Wetterschutz eingerichtet. Auch diese bieten keinerlei Sicherheit. Trotzdem werden mit gigantischen Polizeiaufgeboten Castortransporte durchgesetzt.

Die wissenschaftlichen Warnungen rund um die Atommülleinlagerung das im Gorlebener Salzvorkommen sind seit über 25 Jahren bekannt. Es gibt zwischen dem Salz und den an die Erdoberfläche gelangenden Wasser führenden Schichten keine abdichtende Barriere. Damit kann das Eindringen radioaktiver Isotope in die Biosphäre nicht verhindert werden.

Man sollte von einem Ministerpräsidenten auch erwarten können, dass er den 1992 abgelieferten Bericht des von der Bundesregierung eingesetzten Arbeitskreises Endlagersuche (AK End) liest. Der AK End empfiehlt aufgrund der extrem langen Halbwertzeiten der radioaktiven Isotope eine sichere Endlagerung über mindestens eine Million Jahre. „Herr Wulff blendet wissenschaftliche Tatsachen aus und macht sich auf Kosten der Allgemeinheit ausschließlich für die finanziellen Interessen der Atomindustrie stark“, fasst der BI-Sprecher zusammen.

Alle Versuche, Atommüll in Salz einzulagern, sind bisher dramatisch gescheitert. Man weiß bis heute nicht einmal, ob Salz als Lagermedium geeignet ist. „Der Ministerpräsident sollte endlich durch den Skandal um das in seinem Bundesland liegende „Versuchsbergwerk Asse“ bei Wolfenbüttel aus seinen atomaren Träumen aufwachen“, fordert der BI-Sprecher. „Der dort in Salz eingelagerte radioaktive Müll säuft ab und die Strahlung droht die Biosphäre zu verseuchen. Dazu schweigt der Minister beharrlich und macht lieber Lobbyarbeit für eine weitere Eskalation der Atommüllproblematik“.

Francis Althoff 05843 986789 0170 9394684

Bearbeitet am: 16.01.2006/ad


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