Gorleben Rundschau |
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TAG XWir sind Sand im Getriebe!Weil jeder Castor-Transport von La Hague ein Castor-Transport nach La Hague ist, stellen wir uns quer. Von Peter Bauhaus & Wolfgang Ehmke Einer Regierung mit sozialem und ökologischem Anstrich, die dennoch zulässt, dass Atomkraftwerke aus rein wirtschaftlichen Gründen weiter betrieben werden, muss klar gemacht werden, wie groß der Unmut, wie groß die Enttäuschung sitzt. Denn ein Politikwechsel war mit der Abwahl der Kohlschen Atomfreunde verbunden und damit auch das Ende der Atomkraft. Nun wird nicht nur das "Restrisiko" weiter in Kauf genommen, nein, es wächst auch die schleichende Verstrahlung und der Atommüllberg. Letzterer mindestens um das Doppelte, obwohl ein jede/r weiß, dass es nie eine sichere Form der nuklearen Entsorgung geben wird. So eine Regierung kann ihre Politik nur durchsetzen, indem sie - wie schon ihre Vorgängerin - eine Armee von Polizisten schickt, die Versammlungsfreiheit einschränkt und das Grundrecht der Menschen auf körperliche Unversehrtheit missachtet.Wenn hier nicht das Ende ist, ist dies erst der Anfang: wenn am 27./28. März der nächste Castorkonvoi nach Gorleben rollt, werden sich wieder Abertausende querstellen. Sie werden sich am 27. März um 18.30 Uhr auf dem Marktplatz in Dannenberg versammeln und im Anschluss an eine Kundgebung in Richtung Verladekran "loslatschen". "Singen, latschen, Hintern auf die Straße setzen..." (O-Ton aus dem Demo-Verbots-Brief des BMU Jürgen Trittin an seine Parteimitglieder) - gesagt, getan. Irgendwo dort werden wir auf Absperrgitter und Polizeireihen stoßen. Wir wollen keine Konfrontation mit der Polizeiarmee, deshalb kommen wir dort zum Ende.
Tausende Säcke werden bereits mit Stroh oder Sand befüllt, Tausende bereits befüllte
Säcke werden mitgeführt, geschultert, geschleppt oder auf Bauernwagen transportiert.
Tausend fleißige Hände schichten die Säcke zu einem kunstvollen Strahlenschutzwall auf.
Wir schützen uns mit dieser symbolischen Aktion gegen die Neutronen. Je höher der
Atommüllberg, desto höher der Strahlenschutzwall. Wir werden unser Grundrecht auf Leben
entschlossen und gewaltfrei verteidigen: in Gorleben, Ahaus, Greifswald und anderswo. Sand
im Getriebe. Sind Sie dabei? Wiederaufarbeitung und kein Ende. Ausstieg sollte vor allem heißen:
Ausstieg aus der Plutoniumwirtschaft. Geht es nach dem Konsens, dürfen abgebrannte
Brennelemente bis zum Jahre 2005 nach La Hague gebracht werden. Schlimm genug, aber noch
zu toppen. Dieser Transport ist der Türöffner. Rücknahme von deutschem Müll,
na klar. Aber genau an diesen Transport ist die französische Zusage geknüpft, die
Wiederaufarbeitung deutscher Brennelemente fortzusetzen. Genau dieser Transport beweist:
Castor-Behälter von La Hague bedeuten Castor-Behälter nach La Hague, bedeuten eine
Fortsetzung der Wiederaufarbeitung in Frankreich und England, bedeuten eine weitere
Verseuchung von Ärmelkanal und irischer See. Und da will uns Rot/Grün das moralische
Recht auf Protest absprechen??! Gorleben soll Endlager werden. Mit jedem Castor, der das Wendland
erreicht, soll Gorleben als Endlagerstandort festgeschrieben wird. Daran ändert auch das
Moratorium nichts, das die Regierung immer wieder als Erfolg verkaufen möchte. Im
Erkundungsbergwerk ruhen die Arbeiten, na und? Der Begriff 'Denkpause' hat einen bösen
Doppelsinn. Längst ist klar, daß trotz der drei- bis zehnjährigen Pause nicht ernsthaft
nach Alternativen gesucht wird. Der Baustop soll lediglich bewirken, daß wir müde werden
und endlich Ruhe geben. Tun wir aber nicht ! Dieser Deal ist nicht unsere Deal. Rot/grün hat sich austricksen lassen und macht jetzt den Versuch, uns auszutricksen. Jürgen Trittin hat sich einen schrottreifen Gebrauchtwagen andrehen lassen und will ihn uns als Ferrari weiterverkaufen. Der Preis: wir sollen stillhalten und auf Castor-Proteste verzichten. Gerade weil die Castor-Proteste unsere wirkungsvollsten Mittel sind, will man sie uns abschwatzen - durch die Aufteilung in 'gute' und 'schlechte' Transporte, durch Mahnungen, moralische Appelle und Drohungen. Gebrauchtwagenhändler-Tricks. Unser Konsens heißt Widerstand. Der Begriff "Konsens"
meinte mal eine breite gesellschaftliche Übereinkunft. Daraus ist eine Kungelei geworden,
bei der die Bevölkerung, gar nicht erst gefragt wurde. Jetzt wird deutlich, daß
rot/grün die Kraft und die Ausdauer der Anti-Atom-Bewegung unterschätzt hat. Die
Regierungsgrünen sollten das als Chance begreifen und nicht länger dämpfen, bremsen,
schönreden. Im Gegenteil: sie sollten den wachsenden Druck nutzen, um das Konsens-Paket
wieder aufzuschnüren. Es muß neu verhandelt werden! Castor hebelt Grundrecht aus Von Mathias Edler Die Bürgerinitiative (BI) wird die von der Bez.-Reg. Lüneburg für den Zeitraum vom 25.3. 8.4. erlassenen Demoverbote 50m bzw. 500 m beidseitig der Transportstrecke juristisch überprüfen lassen. Das Bundesverfassungsgericht hat im sog. Brokdorf-Beschluss 1985 der Versammlungsfreiheit nach Art. 8 GG als "grundlegendes und unentbehrliches Funktionselement" einer Demokratie einen entsprechend hohen Rang einräumt: "Demonstrativer Protest kann insbesondere notwendig werden, wenn die Repräsentativorgane mögliche Mißstände und Fehlentwicklungen nicht oder nicht rechtzeitig erkennen oder aus Rücksichtnahme auf andere Interressen hinnehmen." In diesem Fall werden die Interessen der privaten Atomfirmen über die Grundrechte der Bevölkerung gestellt. Verbote und Auflösungen von Demonstrationen sind nur bei einer "unmittelbaren Gefährdung" rechtens. Die sog. "Gefahrenprognose" muss auf "Tatsachen" beruhen: " bloßer Verdacht oder Vermutungen können nicht ausreichen." Vor jedem Transport schraubt die Bezirksregierung die Gefahrenprognose mit Unterstützung von obskuren Vermutungen des Verfassungsschutzes und der Polizei künstlich so hoch, dass die Demoverbote überhaupt erlassen werden können. Auch 2001 pickt sich die Behörde aus den vergangenen Jahren nur einzelne Aktionen, die sowieso verboten sind, heraus, um damit das pauschale Verbot aller Demonstrationen zu begründen. Dabei unterschlägt die Bezirksregierung bewußt die große Masse der Fälle, in denen Tausende von Atomkraftgegnern ihr Recht auf Demonstration friedlich verwirklicht haben. Diese Form der Kriminalisierung zielt direkt auf den massenhaften Bürgerprotest. In der Vergangenheit erklärten Gerichte im Nachhinein die Verbote und nicht die Versammlungen für unrechtmäßig. Was von der seit Jahrzehnten prophezeiten Gefahrenprognose in Richtung "Schlacht um Gorleben" übrig bleibe, beweisen Zahlen aus dem Niedersächsischen Innenministerium): Im gesamten Zeitraum von 1995 bis 1997 inklusive dreier Castortransporte wurden gerade mal 1.404 Ermittlungsverfahren im Zusammenhang mit den Protesten eingeleitet. Nur in 109 Fällen kam es zu einer Anklageerhebung und nur in 19 Fällen zu Verurteilungen. Die beiden schwerwiegendsten Urteile (Körperverletzung und Nötigung) betrafen keine Atomgegner, sondern Polizisten. Insofern müsste eher für bestimmte Polizeieinheiten ein "Einsatzverbot" erlassen werden. Frankreich macht mobilGrüne in Frankreich sprechen sich
gegen den Weiterbetrieb der Wiederaufarbeitung deutschen Atommülls aus. Von Jacques Schuler Die französischen Grünen haben sich nachdrücklich gegen die Aufnahme der Atommülltransporte zwischen Frankreich und Deutschland ausgesprochen. Diese Entscheidung wurde während des deutsch-französischen Gipfels vom 31.1.2001 angekündigt. Der Rücktransport von deutschem, in La Hague gelagerten Atommüll ins Herkunftland sei eine sinnvolle Entscheidung. Aber die angekündigten Folgen, die Wiederaufnahme der Atommülltransporte von Deutschland nach Frankreich, sei unannehmbar. Angesichts dieser Entscheidung werde die französische und deutsche Anti-Atom-Bewegung nicht inaktiv bleiben. Die französischen Grünen werden dazu ihren Beitrag leisten und ihren Platz einnehmen. Das lässt Denis Baupin, nationaler Pressesprecher der französischen Grünen verlauten. ..."Am 6 März haben 60 Greenpeace Aktivisten auf den Schienen die Einfahrt des Bahnhofs von Cherbourg blockiert. Sie protestierten damit insbesondere gegen das Erscheinen von drei Greenpeace-Mitgliedern vor Gericht ". Die drei deutsche Aktivisten , 2 Männer aus Leipzig und eine Frau aus Hamburg, wurden von der Strafkammer Cherbourg zu je 5.000 FF Strafe verurteilt. Sie hatten Mitte Januar an einer Protestaktion gegen MOX-Transporte nach Japan teilgenommen. Der Staatsanwalt legte Berufung ein; er hatte mehrere Monate Gefängnis auf Bewährung beantragt. COGEMA(Betreiberin der WAA La Hague) muss am 20 März vor einem Gericht in Cherbourg zur Lagerung von MOX-Brennelemente aus Hanau Stellung nehmen. Mitte Februar war bekannt geworden, dass Deutschland zwischen 1998 und 2000 Atommaterial aus Hanau zum Wiederaufarbeiten nach La Hague geschickt hatte. Insgesamt 50 To. Mox-Brennelemente lagern in der Normandie. Die COGEMA besitzt keine Genehmigung und hat noch nicht einmal eine beantragt. "Es sei wirtschaftlich unrentabel und ausserdem technisch schwierig die Brennelemente aufzuarbeiten. Daher sei es wahrscheinlich, dass sie niemals aufgearbeitet würden" schreibt die Zeitung Le Monde. Didier Angers, Grünen-Politiker hat die COGEMA wegen illegaler Praxis verklagt. COGEMA-Sprecher Jacques-Emmanuel Saulnier sagte: Jürgen Trittin habe kürzlich bei einem Besuch in La Hague versichert, dass Deutschland die wiederaufbereiteten Mox-Brennelemente zurücknehmen würde, um sie in Atomkraftwerken einzusetzen. Am 3. März fand in Nancy (Lothringen) eine Demo statt. Auch am 14.03 wird das Réseau
in Zusammenarbeit mit Greenpeace-Frankreich in Metz eine Info-Veranstaltung zu den
Atomtransporten machen. Auf der gesamten Strecke in Frankreich finden zur Zeit
Mobilisierungsveranstaltungen statt. Am Tag X(26.03)wird es an der Grenze zu einer
deutsch-französische Aktion kommen. In diesem Zusammenhang werden Menschen gesucht, die
als Wendland-Delegation, daran teilnehmen wollen.
Was..wann..wo..?Das Plakat: Wir können auch anders!Der Ermittlungsausschuß Gorleben informiertEine Kurzfassung mit Hinweisen zum Verhalten auf Demo's und Aktionen
In einer Kurzzusammenfassung liefern wir hier die wichtigsten Hinweise für Verhalten bei Demos und Aktionen. Ausführlich nachzulesen sind diese in unserem Flugblatt und dem Demoratgeber. Auch wenn die Bez.Reg. ein Demonstrationsverbot erlassen wird, muß es immer örtlich und zeitlich begrenzt sein Das Grundrecht auf Ver-sammlungsfreiheit kann nicht außer Kraft gesetzt werden. Nachwievor ist dann erlaubt, Demos, Kunstaktionen, Besichtigungen, u.ä. anzumelden und durchzuführen, sowie aus spontanem Anlaß zu demonstrieren. Auch wenn bei einer Demonstration nicht alles so läuft, wie es sich die Polizei und ihre Konfliktmanager wünschen, lösen sich Grundrechte nicht in Luft auf. Platzverweise werden im Getümmel meist nur mündlich ausgesprochen und oft ohne Aufnahme von Personalien. So sind sie schon 20 m weiter nicht mehr überprüf- und durchsetzbar. Allerdings wurden sie in jüngster Zeit bei Straßenkontrollen verwendet, um Leute gar nicht ins Wendland zu lassen. Bei Festnahmen ruf deinen Namen und deine Stadt den Umstehenden zu, damit der EA informiert werden und sich um AnwältInnen kümmern kann. Wenn du wieder freigelassen bist, melde dich bitte beim EA zurück. Die Polizei ist gehalten, Menschen nicht stundenlang in Transportern und Gefangenensammelstellen (Gesa) auf die Personalienüberprüfung warten zu lassen. Laut Nds. Gefahrenabwehrgesetz muß die Polizei unverzüglich eine richterliche Entscheidung über die Rechtmäßigkeit und Dauer der Freiheitsentziehung herbeiführen. Nur der Richter kann eine Freiheitsbeschränkung bis zu max. 4 Tagen verfügen. In Gewahrsam genommene haben das Recht 2 erfolgreiche Telefonate (EA, RechtsanwältIn) zu führen und den Grund ihrer Festnahme zu erfahren. sollte aber selbst zu keinem Zeitpunkt eine Aussage machen! Angegeben werden muß lediglich: Name, Meldeadresse und Geburtsdatum. Ansonsten gilt: nichts sagen, nur das ist sicher! Keine Aussagen zum Tatvorwurf. Alles was zu sagen wäre, kann auch noch später in etwaigen Prozessen nach Absprache mit FreundInnen, EA und AnwältInnen benannt werden. Für spätere Verfahren benötigt der EA Gedächtnisprotokolle über Festnahmen, Übergriffe und Verletzungen von den Betroffenen und ZeugInnen. Geht nur in Gruppen auf Demos. Sprecht euch gut ab. Unterwegs werden Geld, Telefonkarte, EA - Nummer, Personalausweis, Landkarte, Wechselklamotten, Zettel und Stift, Proviant, ggf. Medikamente benötigt. Adress- und Notizbücher, Fettcremes, Kontaklinsen, Drogen und Alkohol sollen unbedingt zu Hause gelassen werden. Kommt massenhaft und seid phantasievoll widerspenstig
Undine von Bottnitz ist totEin sehr persönlicher Nachruf
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Die "GorlebenRundschau" erscheint monatlich und wird herausgegeben von der Bürgerinitiative Umweltschutz LüchowDannenberg e.V. Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nich tunbedingt die Meinung des Herausgebers wieder.
Redaktion: Torsten Koopmann S. Simon, T. Vogt, W. Ehmke, J. Schuler
Auflage: 2.001
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Bearbeitet am:17.03.2001 /ad