Das Radon-Bad Menzenschwand am Feldberg steht kurz vor der Realisierung. Wo bis in die 90er-Jahre hinein Uran gefördert wurde, sollen künftig rheumakranke Patienten mit radioaktivem Wasser schmerztherapiert werden. Jetzt legt ein Buch des ehemals Freiburger Geschichtsstudenten und heutigen taz-Journalisten Armin Simon die Zusammenhänge zwischen dem jahrzehntelangen Kampf der Gemeinde Menzenschwand/St. Blasien gegen den Uranbergbau auf ihrer Gemarkung und der Idee vom Radon-Bad offen. Für nähere Informationen steht ihnen der Autor Armin Simon unter der Telefonnummer 0178-8832446 zur Verfügung. Zum Buch: Das aussichtsreichste Uran-Vorkommen Westdeutschlands" entdeckte das niedersächsische Bergbauunternehmen Gewerkschaft Brunhilde Anfang der 1960er- Jahre im Krunkelbachtal bei Menzenschwand am Südhang des Feldbergs. Eine eigenständige bundesdeutsche Uran-Versorgung schien möglich, das Unternehmen hoffte auf kräftige Gewinne. Vor Ort indes ließ der Fund die Wogen hochgehen. Weder die kleine Fremdenverkehrs-Gemeinde Menzenschwand noch die Natur- und Heimatschützer in der Region waren damit einverstanden, dass im Naturschutzgebiet Feldberg Uran gefördert werden sollte. Es dauerte keine zwei Jahre, da sorgte der Schwarzwälder Uran-Streit" bereits bundesweit für Schlagzeilen. Wie es dem kleinen Schwarzwald-Dorf gelang, den als staatswichtig" angesehenen Uranbergbau zunächst jahrelang zu verhindern, und warum das Bergbau-Unternehmen dann trotzdem rund 100.000 Tonnen Uranerz fördern konnte das hat der ehemals Freiburger Geschichtsstudent und heutige taz-Journalist Armin Simon anhand von Behörden-Unterlagen, Briefen und Zeitungsberichten erstmals detailliert untersucht. Packend und anschaulich schildert er, wie der Streit um die Nutzung des Feldberg- Urans Stück für Stück eskalierte. Er legt offen, wer sich warum mit der Gemeinde Menzenschwand verbündete und wer aus welchen Gründen auf Seiten der Uran- Sucher stand. Und er zeigt auf, welche Rolle der Naturschutz und die Anti-Atom- Bewegung in der jahrzehntelangen Auseinandersetzung um den Uranbergbau spielten. Ausführlich beschreibt Simon in seinem Buch auch das Projekt Radon-Heilbad Menzenschwand", das Anfang der 70er-Jahre helfen sollte, den Uranbergbau auf Menzenschwander Gemarkung zu beenden, und das heute in stark reduzierter Form kurz vor der Realisierung steht. Literaturhinweis: 340 Seiten, 54 Abbildungen, ISBN 3-933284-11-2 14,80 Euro Donzelli-Kluckert Verlag, Hauptstraße 2a, 79258 Bremgarten, Tel. 07633 949698 www.donzelli-kluckert-verlag.de Das Buch ist der 11. Band in der vom Arbeitskreis Regionalgeschichte Freiburg e.V. herausgegebenen Reihe Alltag & Provinz" zu regionalgeschichtlichen Themen. Zum Autor: |
Bearbeitet am: 18.06.2003/ad