Lüneburg wird zur belagerten Stadt
-37 z.T. nachtsichfähige Hubschrauber in Kaserne-

Wenn die LüneburgerInnen in den nächsten Wochen Nachts kein Auge zubekommen, so ist das kein Wunder. Schon jetzt macht sich deutlich erhöhter Fluglärm durch Hubschrauberflüge bemerkbar.

Soviel steht fest: Es werden in der Lüneburger Theodor-Körner-Kaserne ca. 600 BGS-ler untergebracht. Die dafür vorgesehenen Gebäude sind bezugsfertig. Außerdem kommt ein SEK (Sonder-Einsatz-Kommando) hinzu.
Zum Schhutz der 3 - 6 CASTOR-Behälter (nicht der Menschen!) wird hier in Lüneburg die gesamte "Hubschrauberstaffel Nord" des BGS, mit ihren 37 Helikoptern (einige davon nachtsichtfähig) für den Zeitraum 1. - 4. März zusammengezogen. Ein Teil dieser Flugmaschinen sind schon eingetroffen und üben Flugmanöver über dem Stadtgebiet. Es ist anzunehmen, daß dies erst der Anfang ist. Wenn dann erst das gesamte Kontingent in Lüneburg eingetroffen ist, werden uns Nachtflüge aus dem Schlaf reißen und Tiefflüge das Fürchten lehren!!! Diese Erfahrungen machen die WendländerInnen jedesmal, wenn die Mafiosi wieder etwas vorhaben.

Die zeitweise Verlegung ins "Krisengebiet Lüneburg/ Lüchow-Dannenberg" zeigt aber auch einmal mehr, welchen Stellenwert das Oberzentrum Lüneburg im Poker ums Verstecken von Atommüll hat und die Massierung von Kräften läßt nur einen Schluß zu:

Der Atomstaat plant hier für die X-Tage Gewalt!!!

Seit langer Zeit warnen die Initiativen gegen Atomanlagen davor, daß Lüneburg eine Drehscheibe für Atommülltransporte werden soll. Nach der Stillegung der Bahnstrecke Uelzen - Dannenberg zeichnet sich dies in aller Deutlichkeit ab.
Langfristig ist damit zu rechnen, daß der Lüneburger Rangierbahnhof zum ungenehmigten Zwischenlager für CASTORen wird, wenn z.B. die Abwicklung in Gorleben nicht so funktioniert, wie sich das die Atom-Mafiosi vorstellen.

Beispiel:
Schon die jetzt geplante Bündelung von Transporten zu 3-er, 4-er, 5-er oder 6-er Transporten wirft eine ganze Reihe von Problemen auf:
Bei einer Anlieferung von "nur" 4 Behältern ist das Gesamtgewicht der aneinander gekoppelten Behälter weit höher als die zulässige Traglast der Brücken über die der Transport fährt.
Daraus folgt, daß zwischen die einzelnen Behälter Leerwaggons gehängt werden müssen. Dies hat wiederum zur Folge, daß ein Zug mit 4 CASTORen sage und schreibe 4 5 0 m Länge erreicht.
D.h. wenn der erste Behälter von der Schiene auf die Straße gehievt wird, steht der letzte CASTOR kurz vor dem Ost-Bahnhof in Dannenberg.
Jede Umladeaktion dauert zwischen 2 bis 3 Stunden, dazu kommt die Zeit des Rangierens, denn das Gleis unter dem Kran ist zwar verlängert worden, aber mehr als zwei CASTORen können auch jetzt nicht nacheinander abgefertigt werden, vor allem vor dem Hintergrund, daß die Leerwaggons zwischen den Behältern auch noch abgekoppelt werden müssen.
Dann ist fraglich, ob alle 4 Behälter auf ihren Tiefladern mit den Zugmaschinen auf dem raltiv kleinen Krangelände Platz finden.
Und nicht zuletzt müssen die Behälter auch von Menschen hantiert werden, die beim Verladen direkt an der Behälteraußenwand hantieren und daher dort der extrem hohen Strahlung ausgesetzt sind. Daraus folgt, daß mehrere geübte Kranmanschaften existieren müssen, die dann ausgewechselt werden müssen.
Dann steht noch der Straßentransport aus, bei dem sehr sehr viele "Sicherheits"kräfte eingesetzt werden müssen, um den Konvoi zu begleiten.
Wobei das letzte Problem noch immer ungelöst ist: Das ZwischENDlager in Gorleben braucht ca. 3 Tage zur Annahme eines jeden CASTORs, er wird durchgemessen und auf evtl. Strahlungs-Leckagen hin untersucht usw. usf.! D.h., daß die noch nicht überprüften CASTORen unter freiem Himmel, außerhalb der Lagerhalle, sozusagen als ungenehmigtes Zwischenlager, herumstehen.

Schon dieses Beispiel zeigt, daß die Mafiosi sich selbst große Schwierigkeiten machen, bei ihrem Versuch ihren Kopp durchzusetzen.

Für Lüneburg kann das heißen, daß die Behälter, die in Gorleben noch nicht abgewickelt werden können, auf dem Rangierbahnhof mit massivem Polizeischutz herumstehen und -strahlen!

- Bitte organisiert Euren Protest und Widerstand
- Unterzeichnet z.B. den "bundesweiten Aufruf", denkt Euch Aktionen aus
- werdet in der Öffentlichkeit präsent,
- macht deutlich, daß Ihr keinen weiteren Transport dulden werdet.

Knüpft Kontakte:
LIgA
c/o Heinrich-Böll-Haus
Katzenstr. 2
21335 Lüneburg

Tel.: 04131-4 85 99
Fax: 04131- 4 75 12

BürgerInnen Initiative
Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V.
BI-Büro,
Drawehner Str. 3,
29439 Lüchow

Tel.: 05841-46 84
Fax: 05841-31 97
Öffnungszeiten:
Mo, Mi, Fr, Sa: 9 - 12 Uhr,
Di, Do: 15 - 18.30 Uhr.