Castor-Alarm!
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Neckarwestheim - Ahaus // La Hague - Gorleben im März 2001
| Im Zeichen des Castor
Das ganze Dilemma der ungelösten Entsorgung wird wieder für alle
sichtbar: Zwischen dem 26. und 28. März 2001 sollen Behälter mit hochradioaktiven
Kokillen aus der französischen Plutoniumfabrik La Hague in das Wendland nach Gorleben
transportiert werden.
Seit dem Skandal um die am Castor haftenden radioaktiven Teilchen im April
1998 und dem damit verknüpften Transportestop quillt in vielen Atomkraftwerken der
Atommüll über. Die Lagerkapazitäten für abgebrannte Brennelemente gehen zur Neige.
Ohne weitere Transporte müßten demnächst einige Atomkraftwerke vom Netz gehen. Nun
sollen wieder Castoren rollen, obwohl die Ursachen der Castorkontamination nach wie vor
nicht befriedigend geklärt sind. Mit der Anlieferung der Glaskokillen wird eine ganze
Lawine losgetreten: Unzählige Transporte mit abgebrannten Brennelementen können noch
weitere 5 Jahre mit rotgrüner Zustimmung nach La Hague und Sellafield rollen. Ein Ende
der Wiederaufarbeitung ist in den Konsens-Papieren nirgendwo datiert!
Wir übernehmen Verantwortung:
Indem wir die Kokillen auf dem Weg nach Gorleben stoppen, schützen wir
die Kinder von Sellafield und La Hague.
Der Hahn muß zugedreht, die Atomanlagen stillgelegt werden, damit nicht
täglich weitere Atommüllberge produziert werden. Das ist die einzig verantwortbare
Lösung. Nach dem Motto "aus den Augen - aus dem Sinn" wird der Atommüll
verschoben. Das hat mit verantwortlicher Politik nichts zu tun! Auch die Rücknahme des
"nationalen Verantwortungs-Mülls" trägt dazu bei, daß die
menschengefährdende Atomtechnologie weiterbetrieben werden kann, daß täglich neuer
Müll produziert wird und Wiederaufarbeitungsanlagen neuen Stoff bekommen.
Castor für den Konsens?
Die Atomwirtschaft und die rotgrüne Regierung sind ziemlich in
Bedrängnis geraten. Es steht viel auf dem Spiel. Mit dem Konsens-Spektakel hat die
rotgrüne Regierung den reibungslosen Weiterbetrieb der Atomanlagen einschließlich der
WAA-Transporte festzementiert. Sie steht jetzt der Atomwirtschaft gegenüber im Wort.
Trittin will zeigen, daß der Konsens hält, was er den Betreibern verspricht. Als
"Ausstieg aus der Atomenergie" soll diese Bestandsgarantie für die
Atomwirtschaft gesellschaftlich akzeptabel werden und den Widerstand befrieden.
Bundeswirtschaftsminister Werner Müller sagte es ganz offen: Ein wesentlicher Aspekt des
Atomkompromisses sei gewesen, zu einer gesellschaftspolitischen Beruhigung des Widerstands
beizutragen. Atomtransporte seien Teil des Ausstiegsprozesses. Die Atomgegner sollen sich
auch angesichts der anstehenden Castor-Transporte gefälligst ruhig verhalten, fordert er.
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Inzwischen ist vielen Menschen klar geworden, daß der
"Ausstieg" kein Ausstieg ist, sondern ein knallhartes Atomprogramm. Dies will
die Regierung jetzt umsetzen, wenn nicht im Konsens, dann mit allen Mitteln staatlicher
Gewalt. So ungestört wird die Atomwirtschaft nicht zur Tagesordnung zurückkehren
können. Die Menschen lassen sich nicht für dumm verkaufen. Auch wenn die Grünen viel
dafür getan haben, den Widerstand zu integrieren: es darf und wird nicht gelingen! Einen
Konsens für den "Ausstieg" kann es nicht geben. Denn jeder Weiterbetrieb von
Atomanlagen beeinträchtigt Leben und Gesundheit von Menschen für unabsehbare Zeiträume:
beim Abbau des Urans, beim "Normal"-Betrieb der Anlagen, durch das
"Restrisiko", durch die Bedrohung mit dem Bombenpotential, durch den Verlust
demokratischer Rechte im Atomstaat, durch die unlösbare Frage der Endlagerung. Jedes
Zwischenlager und jeder Transport sind an sich ein Gefahrenpotential und machen
gleichzeitig den Weiterbetrieb der Anlagen möglich. Jeder Tag ist ein Tag zuviel!
Transporte verhindern, bevor sie losgehen ...
ist ein Motto der anti-AKW-Bewegung. Der für Anfang März angekündigte Transport von
Neckarwestheim nach Ahaus wird nicht stattfinden. Ein Auge lacht, das andere weint: wir
freuen uns mit den Menschen in Ahaus, daß sie nicht weiterer Belastung durch
Castorbehälter ausgesetzt sind.
Das ist ein Ergebnis unseres gemeinsamen Widerstands! Und wir protestieren mit den
Menschen in Neckarwestheim dagegen, daß deren Gefährdung durch noch mehr Atommüll, der
einfach vor die Tür gestellt wird, weiter wächst. Auch hier muß der Widerstand gegen
die neue Atomanlage ein gemeinsamer sein. Immer wieder sind Mängel bei den Behältern
sichtbar geworden.
Es gibt keine sicheren Castoren. Auch wenn der Chef vom Strahlenschutz ein grüner Herr
König ist und ein grüner Umweltminister die Lagerung der Castoren mittels Weisung
durchsetzt, stellen die Tonnen mit der radioaktiven Fracht eine Gefahr für Leben und
Gesundheit dar. Gegen das Aufstellen der Strahlenmüllbehälter sprechen viele Gründe, ob
nun in Ahaus oder "interim" am AKW. Diese sachlichen Einwände werden mit der
Trittin´schen Weisung vom Tisch gewischt. Castor-Garagen an den AKWs sind keine Lösung.
Was angeboten wird als sozialverträgliche Alternative ist lediglich eine Verschleierung
des Problems durch einen vermeintlich schlauen Trick.
Die Auseinandersetzung um das Atomprogramm geht in eine neue Runde. Höchste
Zeit, daß es wieder viele werden, die sichtbar und spürbar werden lassen, wo sie stehen.
Die Widerstand leisten! Die französischen Atomkraftgegnerinnen und -gegner haben
beschlossen, sich schon in Frankreich den Kokillen in den Weg zu stellen. Gemeinsam mit
ihnen, gemeinsam mit vielen Menschen in Deutschland, zusammen mit Ihnen/ mit Dir wollen
wir bei dem geplanten Transport von La Hague bis Gorleben zeigen: Wir bleiben Sand im
Getriebe und stellen uns quer. |
Wir stellen uns quer
Stoppt die Atommülltransporte!
Sofortige Stillegung aller Atomanlagen
Gorleben bleibt das Atommüllzentrum der Bundesrepublik: dies ist für
viele die bittere Erkenntnis nach zwei Jahren rot-grüner Regierung. Gerade noch gab es
grünes Licht für den Betrieb der heftig umstrittenen Pilot-Konditionierungsanlage (PKA)
als Castorreparaturzelle, und das Endlagermoratorium enpuppt sich bei näherer Prüfung
als Mogelpackung. Es ist auf höchstens zehn Jahre befristet und durchaus nicht
gleichbedeutend mit dem Aus für den Gorlebener Salzstock als Atomklo.
Heiner Bartling, der niedersächsische Innenminister, hat angekündigt,
daß noch im Herbst ein zweiter Transport stattfinden soll, falls das Land es sich leisten
kann. Aber so weit muß es ja nicht kommen. Und auch, ob der Abtransport von
Brennelementen aus Biblis oder Neckarwestheim in die WAA so wie angekündigt stattfindet,
wird davon abhängen, wie hoch der Preis dafür ist.
| Als Vorbereitung auf den nächsten Transport haben wir einige
Erfahrungen zusammengetragen: |

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| Das Vorfeld ist wichtig: den Castor verhindern, das geht immer noch am
besten, bevor er losfährt. In jedem Ort zwischen Flensburg und Passau, zwischen Gorleben
und La Hague soll "der Castor" wieder Thema werden. Und das ab heute!
Infoveranstaltungen, Treffen, Straßenverschönerungen, Bahnhofs-Missionen, phantasievolle
Aktionen vor Ort können die (Fahr-)Pläne der Gegenseite stören.
All das soll deutlich machen, daß mit richtig Ärger zu rechnen ist, wenn die
Transporte wieder rollen. Tag X fängt nicht erst an, wenn irgendwo die Behälter zu sehen
sind: schon am Wochenende vor dem Transport versammeln wir uns zum Auftakt. Damit beginnen
X-Aktivitäten der verschiedensten Arten an der Strecke, wo immer sie frei ist.
Das Wendland ist größer als der Landkreis: Wir warten nicht vor dem Verladekran,
sondern gehen dem Castor entgegen. Auftakt ist in Lüneburg. Camps und Versammlungsorte
wird es längs der gesamten Strecke Lüneburg-Gorleben geben. Die Transportstrecke besteht
nur zum kleinsten Teil aus Straße. Das Castor-Gleis ist 56 Kilometer lang, die Straße 18
km. Der Gleis-Strecke von Lüneburg nach Dannenberg gilt unsere besondere Aufmerksamkeit.
Davor liegt ein weites Feld. Einfallsreichtum für Aktionen ist gefragt. Aus der Vielfalt
soll Ergänzung entstehen, keine gegenseitige Behinderung. Nicht wo die meiste Polizei
ist, ist es am schönsten. |
Konkret heißt das im Moment:
Aktionstag am 24. Februar in Dahlenburg
Am Fasnachtssamstag veranstalten wir ein buntes Treiben rund um den
Bahnhof von Dahlenburg. Der Aktionstag beginnt um 12 Uhr mit einer Kundgebung auf dem
Marktplatz. Zu Fuß, mit Fahrrad, Pferd, Trecker oder PKW bewegen wir uns in einem Umkreis
von 5 Kilometern zu verschiedenen Betätigungsangeboten für groß und klein.
Tag X-minus am 24. März in Lüneburg
Zum Auftakt rufen wir zu einer großen Demonstration am 24. März in
Lüneburg auf; hier sitzt mit der Regierungspräsidentin die Verantwortliche für das
Massenaufgebot an staatlicher Gewalt; zum andern ist da der regionale Verkehrsknotenpunkt.
Ein Treck der bäuerlichen Notgemeinschaft mit 150 Traktoren macht sich dorthin auf den
Weg. Der Sternmarsch zur zentralen Kundgebung startet um 12 Uhr.
"50 plus 20" oder auch umgekehrt
Danach suchen (und finden) Atomkraftgegnerinnen und -gegner Plätze, wo
sie entlang der Strecke Lüneburg - Dannenberg die nächsten Tage unterkommen.
Verschiedene Camps sind in Vorbereitung. Dort wird es in den nächsten Tagen sicher keiner
und keinem langweilig: Erkundungen führen zu Schiene und Straße; Trecker werden die
Belastbarkeit der Transportstrecke prüfen; Kultur kommt auch nicht zu kurz ... |
Spendenkonto KSK
Lüchow (BLZ 258 513 35) 2 060 721
BI
Umweltschutz Lüchow-Dannenberg
Drawehnerstr. 3 29 439 Lüchow
Info: 0 58 41 - 709 282 Tel. 0 58 41 - 46 84 Fax - 31 97
Ermittlungsausschuß Gorleben 0 58 49 - 971 030 Fax -31
Aktueller Info-Abruf 05841-709
282
bi-luechow@t-online.de
www.bi-luechow-dannnenberg.de
Wann, wenn nicht jetzt?
Wo, wenn nicht hier?
Wer, wenn nicht wir? |